Törnbericht Rückreise nach der HanseSail 2018

Es ist geschafft! Die HanseSail in Rostock ist überstanden. Das Schiff ist heil geblieben,
die letzten Gäste sind von Bord und die Besatzung, halb Mensch halb Erbse, übt ein
letztes Mal die Anlegemanöver im Autoscooter.
Nach dem Abschlußdinner beschließen wir, dem ganzen Zirkus den Rücken zu kehren
und uns auf die Socken zu machen. Die Mitsegler sind schon an Bord, also nichts wie los
nach kurzer Sicherheitsunterweisung und Wacheinteilung. So kommt es, dass die
Hanne-Marie ein letztes Mal für dieses Jahr die Warnow hinunterfährt, diesmal mitten in
der Nacht. Nach der Mole, dann Segel hoch und ab in die Koje (Wachgänger
ausgenommen)
Und so kommt es auch, dass die Gäste erst auf hoher See das Boot das erste mal bei
Tageslicht zu Gesicht bekommen.
Aber so konnten wir noch eine gute Strecke Richtung Rügen segeln bevor der Wind
drehen würde. Hiddensee ist überfüllt, so kehren wir der Insel der Glückseeligen den
Rücken und machen eben in Wiek fest. Auch schön.

Außerdem hat das Schiff später hier noch eine Mission zu erfüllen. Die
Bootsfrau wird hier von ihrem einarmigen Piratengatten abgeholt und der Rest der
Besatzung genießt den ersten Abend ohne Rummelprogramm an Land.
Der nächste Tag ist Hafentag. Will heißen: ausschlafen, Badestelle, dösen, Tante-Emma-
Laden, Mittagsschlaf, Klamotten waschen, Nachmittagsschläfchen, Kitesurfer zählen,
Feierabendbierchen…..etc.

Der nächste Tag, heute ist die Hanne im Namen der Liebe unterwegs.
Wir fahren eine Hochzeitsgesellschaft zur Trauung nach Vitte auf Hiddensee. Morgens
kommt die ganze fein herrausgeputzte Feiergesellschaft samt Fotograf und
mehrgängigem Buffet an Bord. Nur die Braut fehlt, doch keine Sorge: sie hat schon ganz
traditionell auf der Insel übernachtet. Auf der Überfahrt wird das Schiff mit Sonnenblumen
und Tüll geschmückt und auch eine Brautpaarflagge wird gehisst. Alles schick und der
Bräutigam ist auch nicht vor Nervosität über Bord gesprungen.
Auf der Rückfahrt ist dann auch die Braut mit an Bord.
Nun ziehen wir auch nochmal den Klüver für Fotos hoch und alle von Trauzeugen bis
Schwiegermüttern und natürlich dem frisch gebackenem Ehepaar kriegen eine Aufgabe
verpasst. Und die Hanne beweist, das sie auch die schwierigen Gewässer einer Ehe
souverän meistert und wir wünschen alles Gute und viele Glückliche Jahre. Es war ein
schöner Tag!

Als alle von Bord sind, beschließen wir, dass wir genug von Wiek haben und setzen Kurs
auf Stralsund. Und segeln in wunderbarer Abendstimmung durchs Hiddenseefahrwasser.
Als man am Horizont sehen kann wie vor Stralsund die weltberühmte Mittwochsregatta
wegen Flaute abgebrochen wird, werfen wir auch allen Stolz über Bord und schmeißen
den Motor an. Man will ja auch ankommen. Außerdem wartet eine weitere Mitseglerin
schon an der Mole.

In Stralsund wird am nächsten Tag getankt und dann geht es weiter nach Gager. Vorher
sammeln wir noch einen Mitsegler ganz schneidig in Stahlbrode ein. Auf dem Bodden
beschließen wir uns das gute alte Toppsegel mal wieder zu lüften. Wie war das nochmal?
Wo sind die Strippen? Wo ist vorne/hinten, oben /unten? Und was sollte ich jetzt nochmal
machen?? Nach zwei oder vielleicht auch drei Versuchen sind wir zufrieden und das Segel
steht gut. Ein echtes Gaspedal im Masttopp kann man sagen. Und man bekommt das
Gefühl das Schiff würde sich auch freuen bei so herrlichen Sommerwetter in Rauschefahrt
unterwegs zu sein. Abends in Gager belohnt uns der herrliche Tag auch noch mit einem
sehr kitschigem Sonnenuntergang.

Heute haben wir nicht viel Strecke vor uns und besteigen erst nochmal den Bakenberg
und können das ganze Todesdreieck überblicken. (fast bis nach Panama)
Danach geht es ganz gemütlich nach Lauterbach. Diesmal ist schon ein Hauch von
Routine beim Toppsegelsetzen zu verspüren und alles verläuft stressfrei. So sollten sich
große Sommerferien anfühlen!
Hier steigt auch schon der erste Gast ab und am nächsten Tag fahren wir auch ziemlich
geradewegs nach Greifswald.

Beim Badestopp kriegen wir auch noch Besuch von Freunden die mit ihrer Jolle längsseits
kommen um unsere Kaffeevorräte zu plündern. Bei dieser Gelegenheit steigt auch wieder
ein Mitsegler ab und segelt davon. Mehr Eis im Heimathafen für die anderen!
Insgesamt war die Hanne gute vier Wochen weg aus Greifswald und so freut man sich
auch ein kleines bisschen mehr wieder anzukommen. Noch dazu wenn man mit einer so
entspannten Rückreise den Hafenfesttrubel hinter sich lassen kann.

Von: Matze

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